{"id":1800,"date":"2010-06-11T07:09:25","date_gmt":"2010-06-11T05:09:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.braintank.ch\/wp\/?p=1800"},"modified":"2010-06-14T22:12:59","modified_gmt":"2010-06-14T20:12:59","slug":"das-wort-zum-sonntag-eifersuchtig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/braintank.ch\/?p=1800","title":{"rendered":"Das Wort zum Sonntag: Eifers\u00fcchtig"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><em><strong>Eifersucht<\/strong> (Altdeutsch <\/em><em>eiver = das Herbe,  Bittere; Erbitterung und althochdeutsch <\/em><em>suht = Sucht;  das zusammengesetzte Substantiv <\/em><em>Eifersucht existiert erst seit  dem 16. Jahrhundert, das davon abgeleitete Adjektiv <\/em><em>eifers\u00fcchtig erst seit dem 17. Jahrhundert), beschreibt eine schmerzhafte Emotion,  die man bei einer nicht oder nur in ungen\u00fcgendem Masse erhaltenen  Anerkennung seitens einer sehr gesch\u00e4tzten oder vor allem geliebten Bezugsperson  gegen\u00fcber einer damit tats\u00e4chlich oder vermeintlich st\u00e4rker beg\u00fcnstigten  versp\u00fcrt, von der man (umgangssprachlich) <\/em><em>ausgestochen wird.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Eifersucht ist ein gutes Beispiel f\u00fcr ein Wort, das es in sich hat. Den Eifer auf der einen Seite und die Sucht auf der anderen Seite. Hier ist alles in sich schon beschrieben. Mehr m\u00fcsste man dazu nicht sagen. Wie die <a href=\"http:\/\/www.braintank.ch\/wp\/?p=517\" target=\"_blank\">Ent-T\u00e4uschung<\/a> die es auch in sich tr\u00e4gt und aus einem eigentlich negativen Wort etwas im Wortsinn sehr positives macht. Eine T\u00e4uschung weniger in sich tragen. Der <a href=\"http:\/\/www.braintank.ch\/wp\/?p=83\" target=\"_blank\">Eifer<\/a> ist grunds\u00e4tzlich die positive Komponente dieses Wortes. Beispiel gef\u00e4llig: Wer eifrig lernt, wird es mal weit bringen. Jede Art von Sucht ist dagegen wohl als negativ zu werden. Sie verst\u00e4rkt die in sich positive Komponente durch ihren Einfluss und verkehrt sie.<\/p>\n<p>Eifersucht setzt ein Subjekt, aber zwei Objekte voraus: das Objekt  des Besitzanspruches und\/oder der Verlustangst (den Partner) und das Objekt  der Eifersucht, die Bedrohung (den \u201eEindringling\u201c in die  Zweierbeziehung).\u00a0  Objekt der Eifersucht ist meist ebenfalls eine Person, kann allerdings  theoretisch alles sein, durch das jemand seinen Besitzanspruch oder  seine besondere Position im Leben eines anderen gef\u00e4hrdet sieht, wie zum  Beispiel ein zeitraubendes berufliches Projekt.<\/p>\n<p>Die Ursache f\u00fcr Eifersucht kann ein Selbstwert-Defizit sein.  Im Fall von Eifersucht empfindet der Betroffene mangelnde Wertsch\u00e4tzung  durch eine konkrete Person, Neid hingegen entz\u00fcndet sich an den eigenen  Wertvorstellungen oder denjenigen, die der Betroffene in eine soziale  Gruppe bzw. die Gesellschaft projiziert.<\/p>\n<p>Eifersucht ist einfach zu \u00fcberwinden. Durch eine an sich durchgef\u00fchrte Neupositionierung der Wertigkeit des Objekts, kann das Suchtverhalten korrigiert werden. Ein weiterer positiver Nebeneffekt der Eifersucht ist, dass wir ihr viele wunderbare Opern verdanken. Geschichten, die ohne Liebe und Eifersucht gar nie entstanden w\u00e4ren. Beispiele: Nabucco, Othello oder Cefalo e Procride, eine seltener gespielte Barock-Oper.<\/p>\n<p>Und beim n\u00e4chsten Fall von aktuer Eifersucht empfehle ich einen Opernbesuch, dann ist die Eifersucht meistens auch geheilt. Dauert nur 3 Stunden!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eifersucht (Altdeutsch eiver = das Herbe, Bittere; Erbitterung und althochdeutsch suht = Sucht; das zusammengesetzte Substantiv Eifersucht existiert erst seit dem 16. Jahrhundert, das davon abgeleitete Adjektiv eifers\u00fcchtig erst seit dem 17. 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