{"id":5573,"date":"2017-10-01T18:28:04","date_gmt":"2017-10-01T16:28:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.braintank.ch\/wp\/?p=5573"},"modified":"2017-10-01T18:28:04","modified_gmt":"2017-10-01T16:28:04","slug":"das-wort-zum-sonntag-prekarisierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/braintank.ch\/?p=5573","title":{"rendered":"Das Wort zum Sonntag: Prekarisierung"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><em><b>Prekarisierung<\/b> <span class=\"body\" role=\"main\">abgeleitet <\/span><span class=\"body\" role=\"main\">vom lateinischen \u201eprecarius\u201c auf Deutsch &#171;prek\u00e4r&#187; bedeutet das Wort im eigentlichen Sinne\u00a0 &#171;misslich&#187;, &#171;<\/span><span class=\"body\" role=\"main\">schwierig&#187; oder auch &#171;vor\u00fcbergehend&#187;. In der franz\u00f6sischen Soziologie wird er sp\u00e4testens seit den fr\u00fchen 1980er-Jahren gebraucht, um bestimmte Arbeitsverh\u00e4ltnisse zu beschreiben, mit denen der Betroffene nicht seine Existenz bestreiten kann<\/span>.<\/em><b> <\/b><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Bewertung dieser Unsicherheit als \u201eprek\u00e4r\u201c akzentuiert den Aspekt, dass Lebensverh\u00e4ltnisse schwierig sind, bedroht werden oder zum sozialen Abstieg f\u00fchren k\u00f6nnen. Mit dem Begriff <i>Prekariat<\/i> werden Gruppierungen bezeichnet, die aufgrund ihrer Lebensumst\u00e4nde sozial abgestiegen sind bzw. von einem sozialen Abstieg bedroht sind. \u00dcbersetzt <span class=\"body\" role=\"main\">beschreibt es\u00a0 Arbeitspl\u00e4tze mit niedrigem Lohn, mangelndem K\u00fcndigungsschutz, geringer Arbeitsplatzsicherheit oder fehlende Massnahmen, um soziale Ausgrenzung zu vermeiden. <\/span><\/p>\n<p>Die NZZ fast unter dem Titel &#171;<a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/wirtschaft\/warum-die-loehne-kaum-steigen-ld.1319156\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Eigentlich m\u00fcssten die L\u00f6hne steigen &#8211; doch die Prekarisierung verhindert das<\/a>&#171;, folgendes zusammen: <em>In der Weltwirtschaft macht sich wieder etwas Optimismus breit. So sind in den vergangenen drei Jahren in den meisten Industriel\u00e4ndern die Arbeitslosenquoten gesunken. Laut Lehrbuch m\u00fcsste dies dazu f\u00fchren, dass die L\u00f6hne anziehen.<\/em><\/p>\n<p>Wer jetzt einen Blick in die Geschichte wagt, wird sehen, das Prekarisierung h\u00e4ufig auch die Grundlage f\u00fcr Umbr\u00fcche war. Wenn man pl\u00f6tzlich auch zu den Verlieren einer Ver\u00e4nderungsperiode geh\u00f6rt, wie soll man damit umgehen? Wie wollen wir als Gesellschaft damit umgehen, dass sich eine Schere \u00f6ffnet und neue M\u00f6glichkeiten nur ganz Schwach am Horizont erkennbar sind? In solchen Phasen sind die Menschen offen f\u00fcr konservative Tendenzen. Und das sehen wir gerade in unseren Nachbarl\u00e4ndern. Wer sich fragt, woran man das Festmachen kann:<\/p>\n<ul>\n<li>Keine fixe Anstellung mehr, man arbeitet h\u00e4ufiger weniger als 30 Stunden pro Woche<\/li>\n<li>H\u00e4ufig muss man mehr als einem Job nachgehen um gut zu leben<\/li>\n<li>Finanzielle Unsicherheit und keine gefestigte Lebensplanung<\/li>\n<li>Die Selbstbestimmtheit verlangt einem viel mehr ab<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nat\u00fcrlich kann diese Zukunft auch positiv <a href=\"http:\/\/www.braintank.ch\/wp\/?p=2957\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Konotiert werden<\/a>. Vielleicht ist es wichtig auch noch mal das <a href=\"http:\/\/www.braintank.ch\/wp\/?p=93\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Positive<\/a> der Arbeit zu w\u00fcrdigen. Wie gesagt, es ist die Aufgabe von uns allen als Gesellschaft uns zu ver\u00e4ndern und zu entwickeln und dabei keine Gruppen zur\u00fcckzulassen. Es kann n\u00e4mlich fast jeden treffen von der Verk\u00e4uferin bis zum Akademiker. Darum soll man bei der Digitalisierung, welche hilft die Resilienz des Unternehmens zu erh\u00f6hen auch immer an die <a href=\"http:\/\/www.braintank.ch\/wp\/?p=5505\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Salutogenes<\/a> denken, f\u00fcr die Unternehmen, die Menschen und die Gesellschaft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Prekarisierung abgeleitet vom lateinischen \u201eprecarius\u201c auf Deutsch &#171;prek\u00e4r&#187; bedeutet das Wort im eigentlichen Sinne\u00a0 &#171;misslich&#187;, &#171;schwierig&#187; oder auch &#171;vor\u00fcbergehend&#187;. In der franz\u00f6sischen Soziologie wird er sp\u00e4testens seit den fr\u00fchen 1980er-Jahren gebraucht, um bestimmte Arbeitsverh\u00e4ltnisse zu beschreiben, mit denen der Betroffene nicht seine Existenz bestreiten kann. 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