{"id":5946,"date":"2018-09-09T19:15:33","date_gmt":"2018-09-09T17:15:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.braintank.ch\/wp\/?p=5946"},"modified":"2018-09-09T19:15:39","modified_gmt":"2018-09-09T17:15:39","slug":"das-wort-zum-sonntag-merkantilismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/braintank.ch\/?p=5946","title":{"rendered":"Das Wort zum Sonntag Merkantilismus"},"content":{"rendered":"\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em><strong>Merkantilismus<\/strong> (aus dem Franz\u00f6sischen mercantile, oder dem Lateinischen mercator, deutsch \u201aKaufmann\u2018) bezeichnet die vorherrschende Wirtschaftspolitik und Wirtschaftstheorie zwischen ca. 1600 und 1750.\u00a0<\/em><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Der Merkantilismus verbindet staatliche Lenkung mit steigendem \nNationalismus.\u00a0 Prim\u00e4res\u00a0 Ziel ist die Deckung des stetig steigenden \nstaatlichen Geldbedarfs. <\/p>\n\n\n\n<p>In Frankreich wo der Merkantilismus seine gr\u00f6sste Verbreitung fand, war das Ziel\u00a0 die Steigerung der Steuereinnahmen zur Finanzierung der Kriege, des stehenden Heeres und der teuren Hofhaltung des K\u00f6nigs. Man spricht in diesem Zusammenhang von einer &#171;aktiven (Aussen)-Handelbilanz&#187;. Das bedeutet, es werden mehr Waren exportiert als importiert; die Gelddifferenz bleibt als Gewinn im Staat.<\/p>\n\n\n\n<p>Daf\u00fcr sorgt der Staat f\u00fcr die Verbesserung der Verkehrswege (Strassen, Br\u00fccken und Kan\u00e4le). Im S\u00fcden Frankreichs wurde der Canal du Midi erbaut. Die zahlreichen Binnenz\u00f6lle an Br\u00fccken, an Stadt- oder Provinzgrenzen verschwinden und ein einheitlicher Binnenmarkt wird geschaffen. Die Transporte im Inland sollen auf diese Weise billiger werden. Daneben wurde auch die Vereinheitlichung von Massen und Gewichten vorangetrieben.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Da der Merkantilismus ist einseitig auf Gewinn des Staats ausgerichtet ist,\u00a0 l\u00e4sst er andere Zusammenh\u00e4nge ausser Acht. Die fehlende Konkurrenz durch die Monopolstellung des Staates und seine willk\u00fcrlichen Eingriffe\u00a0 verhindern eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung, so haben kleine Handwerkern und Familienbetriebe gegen\u00fcber den staatlichen Manufakturen keine Chance. <\/p>\n\n\n\n<p>Da Produktivit\u00e4t alleine am Fluss von Gold gemessen wird, wurde die Leistung der Landwirtschaft, in der immer noch fast 80% der Bev\u00f6lkerung arbeitet, \u00fcberhaupt nicht wahrgenommen. Das alte Pachtsystem, das auch die Leibeigenschaft kennt, bleibt erhalten. Um billig produzieren zu k\u00f6nnen (damit der Export mehr einbringt), m\u00fcssen die Inlandl\u00f6hne tief sein, was wiederum bedingt, dass die Grundnahrungsmittelpreise billig sind. Die Bauern sind doppelte Verlierer in diesem System.<br \/><\/p>\n\n\n\n<p>Da das Handelsvolumen nicht unendlich ist, ist wirtschaftliches Wachstum nur auf Kosten anderer m\u00f6glich. So f\u00f6rderte der Merkantilismus den Kolonialismus, das heisst die Ausbeutung der \u00fcberseeischen Kolonien, weil von dort die billigen Rohstoffe kommen, die f\u00fcr die Manufakturen im eigenen Land gebraucht werden.<br \/><\/p>\n\n\n\n<p>Der st\u00e4ndiger Zufluss von Geld muss zwangsl\u00e4ufig fr\u00fcher oder sp\u00e4ter zur Geldentwertung und Inflation f\u00fchren. Was die Grundnahrungsmittelpreise in die H\u00f6he treibt.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Der Merkantilismus war die erste dokumentierte Version des Kapitalismus, noch nicht ganz ausgegoren, aber immerhin ein erster Schritt, der im Zusammenhang mit Infrastruktur viel brachte, f\u00fcr die Bauern aber wenig hergab.<\/p>\n\n\n\n<p><br \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Merkantilismus (aus dem Franz\u00f6sischen mercantile, oder dem Lateinischen mercator, deutsch \u201aKaufmann\u2018) bezeichnet die vorherrschende Wirtschaftspolitik und Wirtschaftstheorie zwischen ca. 1600 und 1750.\u00a0 Der Merkantilismus verbindet staatliche Lenkung mit steigendem Nationalismus.\u00a0 Prim\u00e4res\u00a0 Ziel ist die Deckung des stetig steigenden staatlichen Geldbedarfs. 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